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Erneuerbare Energien weiter auf dem Vormarsch

 

Der Anteil Erneuerbare Energien am Bruttostromverbrauch hat sich 2015 weiter erhöht. Experten des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung schätzen, dass Erneuerbare Energie-Anlagen zum Ende des Jahres rund ein Fünftel mehr Strom erzeugt haben werden als im Vorjahr. In NRW sind einer Analyse der Fachagentur Wind an Land zufolge in den ersten drei Quartalen diesen Jahres 73 neue Windenergieanlagen mit knapp 184 Megawatt zugebaut worden.

Die Erneuerbaren Energien werden 2015 voraussichtlich rund 33 Prozent des Bruttostromverbrauchs in Deutschland decken. Zu diesem Ergebnis kommen das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in einer ersten Schätzung. Demnach könnten rund 193 Milliarden Kilowattstunden Strom aus der Wind- und Solarenergie sowie anderen erneuerbaren Energieträgern bis zum Jahresende erzeugt werden. Das ist rund ein Fünftel mehr als im Vorjahr: 2014 lag der Anteil der Erneuerbaren Energien mit 161 Milliarden Kilowattstunden noch bei rund 27 Prozent des Bruttostromverbrauchs. Deutliche Zuwächse verzeichnen vor allem die Windenergienutzung und die Photovoltaik.

Laut der Internationalen Organisation für erneuerbare Energien (IRENA) ist Deutschland hinsichtlich seiner Klimaziele bis 2030 mit Blick auf Erneuerbare Energien auf Kurs. Der jüngst veröffentlichte Länder-Statusbericht Renewable Energy Prospects Germany attestiert Deutschland weitere Potenziale zur Steigerung der Solar- und Windenergienutzung und schreibt die Sektorenkopplung im Bereich Wärme und Verkehr ins Pflichtenheft.

Auch die Fachagentur Wind an Land hat die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien bilanziert. Sie hat für ihre Analyse der Ausbausituation der Windenergie an Land die Daten aus dem Anlagenregister der Bundesnetzagentur, das seit August 2014 meldepflichtig ist, für die ersten drei Quartale diesen Jahres ausgewertet. Demnach sind bundesweit von Januar bis September diesen Jahres 675 neue Windenergieanlagen mit einer Bruttoleistung von 1.820 Megawatt in Betrieb gegangen. Den zahlenmäßig größten Zubau verzeichnet Schleswig-Holstein. Im gleichen Zeitraum wurden bundesweit fast 730 neue Genehmigungen für insgesamt 2.050 Megawatt neue Windenergieleistung erteilt.

Allein in Nordrhein-Westfalen sind 73 neue Anlagen mit einer Gesamtleistung von knapp 184 Megawatt entstanden. Das entspricht einem Anteil am Gesamtzubau von 10,1 Prozent. Damit liegt das Binnenland an vierter Stelle knapp hinter Niedersachsen. Die in 2015 zugebauten Anlagen haben eine durchschnittliche Nabenhöhe von 121 Metern und einen Rotordurchmesser von 97 Metern. Interessant ist auch die durchschnittliche Realisierungsdauer der Vorhaben von Genehmigung bis Inbetriebnahme der Anlage. Sie liegt der Auswertung zufolge bundesweit im Mittel bei zehn Monaten. Innerhalb eines Jahres schafften es 78 Prozent aller neu zugebauten Anlagen ans Netz.

Foto: Erich Westendarp | Pixelio.de

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