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Neue Forschung zur Lärmemission von Windenergieanlagen

 

 

Vom Anlagenteil bis zum Anwohner: Ein bundesweiter Forschungsverbund will die akustischen und seismischen Emissionen von Windenergieanlagen zusammen in einem Rechenmodell abbilden und mit den Wahrnehmungen von Anwohnern in Beziehung setzen. Es soll helfen, die Lärmemission-Prognose für geplante Windenergieanlagen zu verbessern.

Am Karlsruher Institut für Technologie hat das bundesweite Forschungsverbundprojekt TremAc zur Lärmemission von Windenergieanlagen seine Arbeit aufgenommen. Die Wissenschaftler wollen das Zusammenwirken akustischer und seismischer Schwingungen von Windenergieanlagen erforschen und ein Rechenmodell entwickeln, das beide Emissionen in einer einzigen Modellierungskette abbildet. So soll die gesamte Wirkungskette von der Anlage bis zum Anwohner nachgerechnet werden. Parallel dazu sollen Anwohner mit Hilfe umweltmedizinischer und –psychologischer Fragebögen interviewt und subjektiv empfundene Beschwerden mit objektiven Messungen in Gebäuden in Beziehung gesetzt werden.

Mit ihrem Forschungsansatz wollen die Wissenschaftler möglichen Wechselwirkungen zwischen akustischen und seismischen Schwingungen von Anlagenteilen auf den Grund gehen. Nur so ließe sich verstehen, warum Anwohner über Belästigungen durch Windkraftanlagen klagen, auch wenn die vorgeschriebenen Pegelwerte eingehalten werden und Menschen physiologisch gar nichts mehr hören dürften, erklärt Theodoros Triantafyllidis, Koordinator des Projektverbunds TremAc am Karlsruher Institut für Technologie, die Zielstellung.

Die neuen Rechenmodelle sollen die Emissionsprognosen für geplante Windenergieanlagen verbessern und helfen, in Abhängigkeit von Anlagenleistung, Entfernung zur Wohnbebauung und Topographie entsprechende Grenzwerte zu definieren. Durch die Zusammenarbeit von ingenieurtechnischen und humanwissenschaftlichen Experten sollen die Beurteilungskriterien objektiviert und technische Lösungen zur Minimierung des Körper- oder Luftschalls entwickelt werden. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das Projekt von 2016 bis 2019 mit rund 1,85 Millionen Euro.

Bildnachweis: WindForS

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