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Konflikte in Energiegenossenschaften erfolgreich bewältigen

Die Gründung und Führung einer Bürgerenergiegenossenschaft ist keine kleine Aufgabe. Weil die Rahmenbedingungen immer schwieriger und die Projektentwicklungen immer komplexer werden, müssen sich die treibenden Kräfte mit vielen strategischen Fragen und praktischen Hürden auseinandersetzen. Gerade ehrenamtliche Verantwortliche geraten dann häufig an Grenzen. „Je fordernder die Rahmenbedingungen werden, desto mehr Konflikte treten auf“, sagt Professor Carsten Herbes, Leiter des Forschungsprojekts „BENERKON“ im Interview mit der EnergieAgentur.NRW. Doch Konflikte haben durchaus auch ihr Gutes, meint der Direktor des Institute for International Research on Sustainable Management and Renewable Energy (ISR) an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen. „Es ist wichtig, sich dieser Konflikte bewusst zu werden und zu versuchen, sie zu lösen.“ Wie das gelingen kann, war Thema des zweijährigen Forschungsprojektes BENERKON, das kürzlich zu Ende gegangen ist.

Konflikte können eine Energiegenossenschaft voranbringen
Wenn es bei der gemeinschaftlichen Projektentwicklung knirscht, muss das die Bürger-Energiegenossenschaft nicht dauerhaft lähmen oder gar ihr Ende bedeuten. Differenzen können auch als Impulsgeber wirken und eine Genossenschaft voranbringen, haben die BENERKON-Forscher herausgefunden. Erstmals haben sie die komplexen Ursachen von Konflikten in Bürgerenergiegenossenschaften empirisch erhoben und thematisch klassifiziert. Zu den verschiedenen Konfliktkategorien gehört die unterschiedliche Auffassung von Zielen, die Uneinigkeit über den richtigen Weg, aber auch der Dissens über die Verteilung von Gewinnen bis hin zu schlicht persönlichen Differenzen. Was häufige Anlässe sind und mit welchen Instrumenten sich Konflikte praktisch lösen lassen, zeigt der Praxisleitfaden „Bürgerenergiegenossenschaften – Konflikte erfolgreich identifizieren und handhaben“ auf. Um schon niedrigschwellige Anzeichen für Missstimmungen zu erkennen und Unstimmigkeiten möglichst früh anzusprechen, bietet der Praxisleitfaden praktische Hilfen. Zum Beispiel einen sogenannten Zielcheck. Wie sich die Eskalation von Uneinigkeiten vermeiden lässt und auf welchen Wegen man bereits lodernde Konflikte löst, zeigen die Empfehlungen im Maßnahmenkatalog auf.

Das ganze Interview mit Prof. Dr. Carsten Herbes, Leiter des Forschungsprojekts BENERKON finden Siehier.

Bildnachweis: Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen

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